Härtegrad

Der Härtegrad beschreibt, wie stark eine Matratze dem Körpergewicht nachgibt. Üblich ist eine Skala von H1 (sehr weich) bis H5 (sehr fest), manchmal auch als H1 bis H3 oder als Zahlenwert. Entscheidend zu wissen: Diese Angabe ist nicht genormt. H3 bei einem Hersteller kann weicher sein als H2 bei einem anderen.
| Skala | Meist H1 bis H5, herstellerabhängig |
|---|---|
| Genormt | Nein — keine verbindliche Definition |
| Orientierung | Körpergewicht, aber nur als grober Anhalt |
| Wichtiger als der Grad | Punktelastizität und Liegezonen |
| Entscheidend | Wirbelsäule liegt in Seitenlage gerade |
| Prüfung | Probeliegen, mindestens 15 Minuten |
Warum die Angabe wenig aussagt
Es gibt keine Norm, die festlegt, ab welcher Nachgiebigkeit eine Matratze H3 heißen darf. Jeder Hersteller vergibt die Bezeichnung selbst. Zwei Matratzen mit derselben Angabe können sich deutlich unterschiedlich anfühlen — und dieselbe Matratze wird von zwei Menschen verschieden erlebt.
Die verbreiteten Gewichtstabellen („bis 80 kg H2, ab 100 kg H3“) sind deshalb bestenfalls ein Startpunkt für die Vorauswahl. Sie berücksichtigen weder Körperbau noch Schlafposition, und beides wiegt schwerer als das Gewicht allein.
Worauf es stattdessen ankommt
Das eigentliche Ziel ist nicht ein bestimmter Härtegrad, sondern eine gerade Wirbelsäule:
- In Seitenlage bilden Nacken, Brustwirbelsäule und Lendenwirbelsäule von hinten betrachtet eine gerade Linie. Schulter und Hüfte sinken ein, die Taille wird gestützt — dafür sorgen die Liegezonen.
- In Rückenlage behält der untere Rücken seine leichte Vorwölbung, ohne ins Hohlkreuz zu fallen.
- Punktelastizität beschreibt, ob die Matratze nur dort nachgibt, wo Druck herrscht. Sie ist wichtiger als die Gesamthärte — eine punktelastische weichere Matratze stützt oft besser als eine harte, die flächig nachgibt.
Die alte Regel „hart ist gut für den Rücken“ gilt als überholt. Eine zu harte Matratze verhindert, dass Schulter und Hüfte einsinken — die Wirbelsäule wird dadurch seitlich verbogen statt gestützt.
Wie du es prüfst
- Probeliegen, nicht Probesitzen. Mindestens eine Viertelstunde, in der Position, in der du tatsächlich schläfst.
- Zu zweit prüfen. Eine zweite Person sieht von hinten, ob die Wirbelsäule gerade liegt — man selbst spürt das nicht zuverlässig.
- Bei Paaren mit großem Gewichtsunterschied zwei getrennte Matratzen statt einer durchgehenden.
- Rückgaberecht nutzen. Der Eindruck nach zwei Wochen zu Hause zählt mehr als der nach zwanzig Minuten im Laden.
Der Matratzen-Check führt dich durch die Fragen, die vor dem Kauf zu klären sind.