Körper

Apnoe

Papierschnitt-Illustration: eine rhythmische Papierwelle bricht an einer Kante ab, lässt eine leere Strecke frei und setzt dann wieder ein — ein Atemstillstand
Apnoe bedeutet wörtlich "Nicht-Atmen" und bezeichnet jede länger als 10 Sekunden andauernde Atempause. Die klinisch wichtigste Form ist die Schlafapnoe — wiederholte Atemaussetzer während des Schlafs mit teils schweren Folgen für die Gesundheit.
Auf einen Blick
WortherkunftGriechisch ἄπνοια — "Atemlosigkeit"
DefinitionAtempause ≥ 10 Sekunden
Klinisch relevantHäufige Apnoen im Schlaf (Schlafapnoe)
AHIApnoe-Hypopnoe-Index — Apnoen pro Stunde Schlaf
AHI < 5Normal
AHI > 15Behandlungsbedürftig

Welche Formen von Apnoe gibt es?

  • Obstruktive Apnoe: Atemwege kollabieren mechanisch — häufigste Form bei Erwachsenen
  • Zentrale Apnoe: Atemzentrum im Gehirn sendet vorübergehend keinen Atemimpuls
  • Gemischte Apnoe: Anteile beider Formen
  • Hypopnoe: nicht vollständige Atempause, aber Reduktion der Luftfuhr ≥ 30 % mit Sauerstoffabfall
  • Willkürliche Apnoe: bewusstes Luftanhalten (Apnoe-Tauchen, Yoga)

Wann ist Apnoe gefährlich?

Vereinzelte kurze Atempausen während des Schlafs sind normal — jeder Mensch hat sie. Gefährlich wird es, wenn:

  • Apnoen häufig auftreten (> 5 pro Stunde Schlaf = AHI > 5)
  • Sie länger als 10 Sekunden dauern und mit Sauerstoffabfall einhergehen
  • Sie zu Mikro-Aufwachreaktionen führen und die Schlafarchitektur stören
  • Begleitsymptome wie Tagesmüdigkeit, Schnarchen mit Atempausen auftreten

In diesen Fällen liegt eine Schlafapnoe vor — eine ernste Erkrankung, die behandelt werden sollte.

Wie wird Apnoe gemessen?

Die Standard-Methode ist die Polysomnographie im Schlaflabor oder ambulante Polygraphie. Erfasst werden:

  • Atemfluss durch Nase/Mund (Thermistor, Druckmessung)
  • Brust- und Bauchbewegungen (Atemexkursionen)
  • Sauerstoffsättigung (Pulsoxymetrie)
  • Hirnstromaktivität (EEG) zur Erkennung von Aufwachreaktionen
  • Herzfrequenz und Schnarchgeräusche

Aus den Daten wird der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) berechnet: Anzahl der Apnoen + Hypopnoen pro Stunde Schlaf. Der wichtigste Schweregradparameter.

Häufige Fragen zu diesem Begriff

Nein. Wenige kurze Atempausen pro Nacht sind normal und haben keinen klinischen Wert. Erst wenn der AHI über 5 liegt (5+ Apnoen pro Stunde) und Symptome wie Tagesmüdigkeit oder Schnarchen mit Atempausen bestehen, ist eine Behandlung sinnvoll.

Ein AHI von 25 bedeutet mittelschwere bis schwere Schlafapnoe (15–30 = mittel, >30 = schwer). In diesem Bereich ist eine CPAP-Therapie oder andere Behandlung in der Regel klar indiziert — das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist deutlich erhöht.

Schwer, weil sie im Schlaf passiert. Hinweise: Partner:in beobachtet Atempausen, lautes unregelmäßiges Schnarchen, morgendliche Kopfschmerzen, ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Sekundenschlaf. Bei Verdacht hilft ein schlafmedizinischer Check oder ambulante Polygraphie.

Willkürliche Apnoe (Luftanhalten beim Tauchen) ist eine andere Sache als nächtliche Apnoe. Bei Apnoe-Tauchen besteht Ertrinkungsrisiko durch Bewusstlosigkeit („Shallow Water Blackout“) — sollte nur mit Sicherungspartner geübt werden.

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