Hypnogramm

| Was | Grafische Darstellung der Schlafphasen über eine Nacht |
|---|---|
| X-Achse | Zeit (meist 6–8 Stunden) |
| Y-Achse | Schlafphase (Wach → N1 → N2 → N3 → REM) |
| Quelle | Polysomnographie im Schlaflabor |
| Konsumertaugliche Versionen | Apple Watch, Oura, Fitbit (geschätzt aus Herzrate + Bewegung) |
| Anwendung | Diagnose von Schlafstörungen, Verlaufskontrolle |
Wie ein typisches Hypnogramm aussieht
Ein gesundes Erwachsenen-Hypnogramm zeigt typischerweise:
- Einschlafphase: schnelle Abfolge N1 → N2 → N3
- Erster Tiefschlafblock: 20–40 Min. N3 in den ersten 60 Min.
- Zyklen: 4–6 Wiederholungen von ~90 Min. Dauer
- Tiefschlaf-Verschiebung: viel N3 am Anfang, immer weniger zum Morgen
- REM-Verschiebung: kurze REM-Phasen am Anfang, immer längere bis 30–45 Min. am Ende
- Wenige Wachphasen: insgesamt unter 5 % „Wach nach Schlafbeginn“
Was man aus einem Hypnogramm ablesen kann
- Einschlaflatenz: wie lange bis N1?
- Schlafeffizienz: Anteil der im Bett verbrachten Zeit, die tatsächlich geschlafen wird
- Fragmentierung: viele kleine Wachphasen → schlechte Schlafqualität (typisch bei Schlafapnoe)
- REM-Schlaf-Anteil: zu wenig deutet auf Alkohol/Stress/Antidepressiva
- Tiefschlaf-Anteil: zu wenig deutet auf körperliche Belastung, Schmerz oder Alter
- REM-Latenz: wann kommt die erste REM-Phase? Bei Narkolepsie oft unter 8 Min.
Schlaftracker vs. medizinisches Hypnogramm
Konsumertaugliche Geräte (Apple Watch, Oura, Fitbit) zeigen ein vereinfachtes „Schlafprofil“ — meist Wach / Leichtschlaf / Tiefschlaf / REM. Sie nutzen Herzfrequenz, Atemfrequenz und Bewegung zur Schätzung.
Genauigkeit: für Trends über Wochen gut brauchbar. Für medizinische Diagnose nicht ausreichend — Studien zeigen Abweichungen von 30 % und mehr im Vergleich zur Polysomnographie.
Wer ein medizinisch valides Hypnogramm braucht (bei Verdacht auf Schlafapnoe, RLS, Narkolepsie), kommt um eine Polysomnographie im Schlaflabor nicht herum.
Häufige Fragen zu diesem Begriff
Wie genau sind Schlaftracker?
Konsumertaugliche Tracker erkennen „Schlaf vs. Wach“ recht zuverlässig (80–90 %), aber die genaue Phaseneinteilung (Leichtschlaf vs. REM vs. Tiefschlaf) hat größere Unschärfen. Für Trends gut, für medizinische Entscheidungen nicht ausreichend.
Sieht jedes Hypnogramm gleich aus?
Nein, individuell sehr unterschiedlich. Junge Erwachsene zeigen klare Zyklen mit viel Tiefschlaf. Ältere Menschen haben oft kürzere, fragmentiertere Hypnogramme. Patient:innen mit Schlafapnoe zeigen viele Mikro-Aufwachreaktionen, mit Narkolepsie ungewöhnlich frühe REM-Phasen.
Was ist ein normales Hypnogramm?
Etwa: 5–15 Min. Einschlafzeit, dann saubere Zyklen mit 20–40 Min. Tiefschlaf in den ersten 2–3 Zyklen, zunehmenden REM-Phasen in den späteren Zyklen, unter 5 % Wachphasen und insgesamt 7–8 Stunden Schlaf — das wäre ein „Lehrbuch-Hypnogramm“.
Kann ich mein Hypnogramm verbessern?
Indirekt ja — über Schlafhygiene, konstanten Rhythmus, Bewegung, Alkoholverzicht abends. Die Schlafarchitektur ist biologisch reguliert, aber externe Faktoren beeinflussen sie deutlich. Hauptziel: ausgewogene Verteilung von Tiefschlaf und REM-Schlaf.